Konzertreise nach Ungarn an den Plattensee

24. bis 31. August


Bericht von Cornelia Schöntges und Erika Schmidt.
Fotos: von verschiedenen “Paparazzis”.
 

Nach 20jähriger Pause unternahmen die Sängerinnen und Sänger des Liederkranz mit ihren Angehörigen wieder eine 8-tägige Konzertreise an den Balaton in Ungarn.

Pause am frühen Morgen in Österreich.

Nachts um 3 Uhr startete der Bus der Firma Echle-Reisen am Parkplatz bei den Deutenberg-Sporthallen. Nach langer, aber abwechslungsreicher Fahrt durch die Steiermark und das Burgenland kamen die Reisenden am Abend in Balatonalmadi an und wurden im Hotel gleich freundlich mit einem “Welcome-Drink” begrüßt. Nach Zimmerbezug und Abendessen wurde noch ein Spaziergang in den Garten eines Weinlokals in der Stadt gemacht.

Welcome-Drink vor
                  Hotel

Koffer ausladen. 

Gemütlich saß man im stimmungsvollen Ambiente des Weinlokals beisammen und genoss Wein, Gebäck und Live-Musik.

 

                                                                            

Am darauf folgenden Tag war Entspannung angesagt. Der Hotelgarten und der Strand wurden ausgiebig genutzt, zumal die Schwenninger fast die einzigen Gäste waren.

 

 

Einige genossen auch das herrliche Wasser des Plattensees.

Am Abend nahm man mit einem Glas Wein auf der Hotelterrasse Platz und bei einer Retro-Party im Stil der 70/80er Jahre wurde kräftig das Tanzbein geschwungen, gerockt und das Discofeeling wieder zum Leben erweckt.

 

 

 

 

Daniel Sütö zeigte uns, wie der “Csardas” getanzt wird und erst spät wurden in dieser Nacht die Zimmer aufgesucht.

 

Der 3. Tag begann mit Proben für das 1. Konzert auf dem Weinfestival in Balatonfüred, welches am Abend anstand.

Weinfestival

Blick auf Tihany 

Der Bus war schon einige Zeit vor dem Auftritt in Balatonfüred angekommen und so konnte man sich noch etwas umschauen..

 

Ah ja, da stehen wir ja. 

 

Warten auf den Auftritt. 

Das Konzert fand beim Publikum großen Anklang, besonders die Musicalmelodien und das ungarische Tanzlied wurden begeistert angenommen.

 

                                                                       Begleitet hat am Keyboard in bewährter Weise Huba Sántha. .

 

Besonders gefallen hat das Konzert anscheinend auch Abertausenden von kleinen Fliegen. Diese umschwirrten vom Scheinwerferlicht angezogen die Sängerschar, die tapfer auf der Bühne ausharrte. Etliche der Tierchen landeten in Notenmappen, im Mund oder in der Kleidung. Auch die vier Solisten wurden arg von den fliegenden Horden bedrängt, absolvierten aber ihren Auftritt mit Bravour und erhielten viel Beifall. Nach dem Konzert wurde auf der Terrasse eines Bierlokals mit herrlichem Blick auf die Halbinsel Tihany das Abendessen eingenommen.

Am nächsten Tag stand das Wohl von Körper und Seele auf dem Programm. Im weltberühmten und größten natürlichen Heil-Thermalsee der Welt, in Bad Hevíz, konnte man sich genussvoll im über 30 Grad warmen Wasser treiben lassen.

 

 

 

Nach dem Ausruhen auf den Liegestühlen, Suche einer Nadel mit grünem Faden und einem einem Rundgang durch den Ort erwartete uns unser Chauffeur Raimund am Bus mit Kaffee und Kuchen.

Weiter ging es für die Reisenden zur Halbinsel Tihany und der gleichnamigen Benediktinerabtei aus dem Jahre 1055 n. Chr., die hoch auf einem Vulkanfelsen über dem Balaton thront. Während der Bus sich seinem Ziel näherte erfuhren wir durch die sachkundigen Erläuterungen von Erich Maier viel über die Geologie der Gegend und konnten feststellen, dass in unserer Heimat ähnliche Verhältnisse bestehen. Nach der Ankunft war noch Zeit sich im Ortszentrum, das wie ein Freilichtmuseum wirkt, etwas umzusehen. Dann begab man sich zur Kirche oben auf dem Berg. Dort findet sich die Inschrift: “Frieden den Kommenden, Segen den Scheidenden”. Extra für uns fand ein kleines Konzert mit der restaurierten Orgel statt, deren herrlicher Klang uns tief bewegte.

Paprikahaus 

Benediktinerkirche

Altar

Krypta 

Dem Konzert schloss sich eine Führung zur Krypta, in der König Andreas I. bestattet ist,  einer Dauerausstellung und  Textilausstellung von Ágnes Kecskés an.

Gruppenbild vor der KIrche im Abendlicht

Leider mußten wir bald dannach wieder diesen Ort der Andacht verlassen und fuhren wieder Richtung Hotel, wo eine Überraschung auf uns wartete. Über offenem Feuer köchelte in zwei Emaillekesseln Gulasch und verströmte einen herrlichen Duft.

 

 

Nach dem Essen meinte der mit viel Lob bedachte Koch, es sei ein Rezept seiner Großmutter und sein Herzblut sei auch darin. Kein Wunder, dass es so vorzüglich schmeckte.

Der 5. Tag versprach wieder sehr interessant, aber auch heiß zu werden. Im Laufe des Tages stieg das Thermometer bis auf 35 °C an. Budapest stand auf dem Programm. Nach längerer Fahrt erreichte man die Landeshauptstadt. Als Erstes fand eine Führung durch das überaus prachtvolle Parlament statt. Sogar die Wachablösung bei der Königskrone erlebten wir mit. Die Größe des Gebäudes ist beeindruckend, genauso die Ausstattung.

Parlament 

Das Parlament von der Donau aus. 

Nach der Besichtigung brachte der Bus uns in die Nähe der Markthalle. Vom Busparkplatz aus sah man am anderen Ufer der Donau die Burg von Buda und die Fischerbastei. Man hatte nun Zeit um durch die Straßen zu bummeln, in den zahlreichen Wirtschaften etwas zu essen und in der riesigen Markthalle landestypische Mitbringsel zu erstehen, seien es Salami, Handarbeiten oder kunsthandwerkliche Erzeugnisse.

Blick auf die Burg in Buda 

Markthalle 

Nachmittags ging es hinüber nach Buda hinauf zur Fischerbastei. Es ergab sich nach einer kurzen Führung durch die Matthiaskirche sogar die Möglichkeit, dort Ausschnitte aus unserem Konzert im November zu singen. Wir haben die Videos bei YouTube eingestellt.

Für “Venite exultemus domino”    
Für “Alta trinita beata”                  
 

Matthiaskirche in Buda 

In der Matthiaskirche 

Die Akustik in der Kirche ist bemerkenswert gut, wie wir erfreut feststellen konnten. Es war dann noch genügend Zeit sich auf der Fischerbastei mit ihrer herrlichen Aussicht auf die Stadt zu verweilen und einen Spaziergang durch die alten Gassen zu machen.

Blick zur Donau 

Ein leckeres Eis zur Abkühlung. 

Zurück im Hotel gab es nach dem Abendessen eine Cocktail-Show im Hotelgarten. Mit Akrobatik und Jonglage wurden Drinks gemixt und im Anschluß zahlreiche Getränkewünsche erfüllt.

Das Karaoke-Singen im Schein der Fackeln fiel manchem nach den Cocktails um so leichter. Wie zu erwarten fanden sich etliche Kandidaten, die sicher auch bei einem Casting gute Chancen zum Weiterkommen hätten.

 

In der Nacht fand ein Wetterumschwung statt und durch Regen kühlte es empfindlich ab. Am Morgen hatte es gerade mal 16 °C. Nach den Temperaturen der Tage vorher erschien dies doch ziemlich kühl. Da war es grade recht, dass am Morgen des 6. Tages Proben für das Konzert am Abend in Balatonalmadi angesagt waren. Dort war ein Auftritt auf dem 1. Chorfestival der Donauschwaben, welches im Rahmen des Schnapsfestes stattfand. Im “VIP-Zelt” vertrieb man sich die Zeit bis zum Auftritt.

Im  

Plakat mit unserem Auftritt 

Trotz der kühlen Witterung fanden sich zahlreiche Zuschauer ein. Das Konzert wurde bestens angenommen  und begeisterter Beifall war der Lohn. Nach dem Auftritt trafen sich die Mitglieder der verschiedenen Chöre im Zelt zum gemeinsamen Essen von Speck, Paprikawurst und anderen Köstlichkeiten. Es kamen nette Gespräche zustande und Adressen und Noten wurden ausgetauscht.

 

 

Bevor der Bus die Schar wieder zurück zum Hotel brachte konnte man den Abend an einem der zahlreichen Wein- und Schnapsstände ausklingen lassen.

Der vorletzte Tag brachte wieder Sonnenschein und Wärme zurück und am Morgen nach dem Frühstück kamen Freunde vom Cousin unseres Dirigenten, der das ganze Programm während der Woche für uns bestens organisiert hatte. Sie hatten einen ungarischen Sporttag für uns vorbereitet, bei dem man sich in verschiedenen Disziplinen beweisen konnte.

Diskus werfen

Von Diskus werfen, Kugelstoßen, Schleuderball bis zu Bogenschießen, Karpatsche knallen und Töpfern reichte das Angebot.

Bogenschießen

Karpatsche knallen

Töpfern

Mit Feuereifer dabei.

Nach diesen sportlichen Höchstleistungen schmeckte das Mittagessen umso mehr. Gleich danach maschierte die ganze Corona zur Schiffsanlegestelle, wo schon ein kleines Schiff wartete, um eine einstündige Rundfahrt auf dem See mit uns zu machen.

 

Wieder im Hotel wurde ein vor Tagen gefasster Plan in die Tat umgesetzt: Wir singen in Konzertkleidung im Balaton das Stück “Aquarius” aus dem Musical Hair. Das war ein Spaß! Selbst die Verbeugung vor unserem “Publikum” am Strand fehlte nicht.

 

Während wir noch im Wasser standen kam Besuch. Einer unserer ungarischen Studenten kam mit seiner Verlobten zu einem kurzen Abstecher vorbei. Bei den Volkstänzen, die uns von den schon vom Morgen bekannten “Sportlehrern” gezeigt wurden, machten die Zwei auch gleich mit und alle hatten ihre Freude. Viel gab es zu erzählen seit dem letzten Treffen. Als Geschenk zeigten sie uns einen einwandtfrei getanzten Rock’n Roll.

Volkstanz

Balász und Fru

Der Nachmittag war viel zu schnell vorüber und schon hieß es Abschied nehmen von unseren Freunden. Wir wurden nämlich von einem kleinen Zügle abgeholt, welches uns zu einem Aussichtspunkt über Balatonalmadi brachte.

 

 

Von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf den See, in dem sich der Vollmond spiegelte und wir erlebten einen romantischen Sonnenuntergang bevor es weiterging in einen restaurierten Weinkeller.

Dieser Weinkeller war ein ehmaliger Lagerraum für die Ernte, wie uns erklärt wurde, und hatte beachtliche Ausmaße. Eine Tafel war für uns gedeckt und wir nahmen gespannt Platz. Zum Abendessen wurden drei verschiedene Weinsorten zum probieren gereicht und im Obergeschoß konnte man sich später diese und andere Weine kaufen.

Hex, Hex, hui!

Trotz der guten Stimmung, dem leckeren Essen und dem Genuß des Weines war es doch klamm im Keller und zum Glück standen rote Filzteppiche zur Verfügung, um sich einzumummeln. Natürlich reizten sie wegen ihrer roten Farbe auch zu diversen Scherzen. Eine fünfköpfige Zigeunerkapelle unterhielt die ganze Zeit mit einer Vielzahl von Melodien, alles auswendig gespielt und fehlerfrei vorgetragen. Das waren wirkliche Könner. Um halb Zwölf ging es dann mit dem Bähnle wieder zurück zum Hotel.

Schon Mittags hatte man den Entschluß gefasst, anstatt am nächsten Morgen in aller Frühe loszufahren lieber bis um 2 Uhr aufzubleiben, um dann zu starten und noch bei Tage wieder zu Hause zu sein. Gesagt - getan. Im Hotel angekommen unterhielten Ines Stephan und Peter Landthaler uns mit grusligen Moritaten, zu denen Heinz Sailer sehr anschauliche Bilder gemalt hat. Da überliefen einen kalte Schauer.

Dann näherte sich die Stunde des Abschieds und man sang für unseren liebenswerten Organisator vor Ort ein Ständchen und sagte von Herzen “Danke” für alles, was wir in dieser Woche erleben durften.

Auch unserem Dirigenten galt es zu danken, hatte er doch die Idee mit der Reise und war auch während der Woche ständig Ansprechpartner bei Fragen, fungierte auch als Dolmetscher. Ebenso gebührt Brigitte Lutz ein großes Lob für ihre Mühen bei der Organisation und Korrespondenz. Nachdem die Gastgeschenke ausgetauscht waren sammelte sich die Gruppe in der Hotelhalle, um den Wunsch des Organisators zu erfüllen und “Stand by me” zu singen.

Nicht versäumen wollen wir, auch den anderen Mitgliedern des Vorstandes für ihre Unterstützung bei der Organisation der Reise zu danken, ebenso der Firma Echle-Reisen und Busfahrer Raimund für seine Zuverläßigkeit und sein Zuvorkommen.

Diese Konzertreise wird allen Teilnehmern unvergesslich sein und noch lange für positiven Gesprächsstoff sorgen. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen in Ungarn war für alle sehr beeindruckend.

Die Koffer waren schnell eingeladen und nach einem letzten Winken fuhr der Bus in Richtung Heimat ab. Im Halbschlaf nahm man wahr, dass die Fahrt zügig verlief und am Spätnachmittag des 31. August erreichte man wieder wohlbehalten Schwenningen.

Rückkunft in Schwenningen. 

   

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